Reisetagebuch: Japan (2)
- Juni 14th Juni 2010
- vonAlex
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Fußball – oder die Suche nach einer Bar
Bei Tag betrachtet ist Inuyama ein Kaff. Die Wikipedia spuckt zwar aus, Inuyama habe über 70.000 Einwohner, aber das kann man mit deutschen Städten nicht wirklich vergleichen. Die Suche nach einer Bar oder einem Pub mit aufgehängtem Fernseher um das ein oder andere FIFA WM-Spiel zu sehen, verlief gestern erfolglos. Alles was ich fand, war ein McDonalds – und der schließt um 21:30 Uhr, was irgendwie Bände spricht.
Nagoya ist da gar von einem anderen Schlag. Das, lt. Wikipedia, viertgrößte japanische Industriezentrum bietet allerlei Möglichkeiten für Public Viewing mit Bier in ‘ner Kneipe. Nur sind das gut 30-45 Minuten mit dem Zug von Inuyama entfernt und der letzte Zug geht um 23:18 Uhr zurück nach Inuyama. Da das Spiel der japanischen Mannschaft heute um 23:00 Uhr erst beginnt, ist das also keine Alternative.
Ich werd heute morgen mal die Jungs und Mädels in der Firma befragen, ob die denn nicht ‘ne Möglichkeit wissen, wie ich hier in Inuyama doch noch zu dem ein oder anderen Spiel in Geselligkeit komme (und vielleicht finden sich so Möglichkeiten mit Einheimischen das Japan-Spiel zu sehen). Und für Freitag und Samstag, hab ich schon angedacht, die Spiele der Deutschen und der Japaner in Nagoya zu schauen.
Nagoya – oder die Suche nach einem Mülleimer
Gestern mittag fuhr ich nach Nagoya. Ganz schön große Stadt. Die Wikipedia erzählt einem, Nagoya habe 2,2 Mio. Einwohner und ist damit das viertgrößte japanische Industriezentrum. Die Gebäude sind auf jedenfall schauenswert – der TV-Tower hat eine faszinierende Form. Insg. merkt man schnell, wenn man den Bahnhof verläßt, dass man in einer Großstadt gelandet ist. Rund um den Bahnhof finden sich unzählige Möglichkeiten fürs Shopping – eine Mall an der anderen und alle überragend groß.
Als ich so durch die Häuserschluchten wanderte, holte ich mir einen “Iced-Latte to go”, was sich später als verdammt schlechte Idee herausstellte. Es hat schon Gründe, warum ich zuvor niemanden sah, der ein Getränk auf der Straße in der Hand hielt. Nachdem ich also meinen Latte getrunken hatte, stellte ich mir langsam die Frage, ob ich denn schonmal einen öffentlichen Mülleimer gesehen habe. Nein, hatte ich bisher nicht und das kam mir jetzt “spanisch” vor. Und tatsächlich finden sich auf den Straßen keine Mülleimer.
So eine Suche hat aber auch was gutes. Man kommt mit einheimischen in Kontakt.
Ich suchte also einen Mülleimer und wanderte neben der Hauptstraße auch die ein oder andere Seitenstraße ab. Irgendwann reichte es mir, diesen Becher mit dem Rest Eis herumzutragen. Ich fand einen älteren Security-Mann und dem gab ich per Gebärdensprache zu verstehen, dass ich einen Mülleimer für diesen Becher suchte. Er verstand mich zwar recht schnell, war dann aber genauso ratlos wie ich. Gute 5 Minuten überlegte er, wo denn nun ein Mülleimer zu finden sei, bis er mir – natürlich auf japanisch – beschrieb, wo ich hin muß.
Das brachte mich nicht weiter. Ich wanderte noch zwei mal im Care, bis mir auffiel, dass in den manchem Eingangsbereich von Malls kleine Mülleimer stehen. Ich traute mich erst nicht, einfach einen zu benutzen (keine Ahnung, ob man damit den Affront begeht oder nicht), bis ich einen Mülleimer fand, in dem noch ein anderer Becher aus ‘nem Coffee-Shop steckte.
Öffentliche Mülleimer fand ich einzig in Bahnhöfen. Ansonsten muß man nach Geschäften ausschau halten, die im Vorraum kleinere Mülleimer bereitstellen. Darauf muß man aber erstmal kommen. Und mit Mülltrennung nehmen die es hier eigentlich ganz genau. In McDonalds (ja, mußte gestern mal sein) trennt man zwischen den Plastik-Deckeln und Strohhalmen und dem ganzen papiernen Rest.


