Archiv für Kategorie ‘Allgemein’

Reisetagebuch: Japan (2)

Fußball – oder die Suche nach einer Bar

Bei Tag betrachtet ist Inuyama ein Kaff. Die Wikipedia spuckt zwar aus, Inuyama habe über 70.000 Einwohner, aber das kann man mit deutschen Städten nicht wirklich vergleichen. Die Suche nach einer Bar oder einem Pub mit aufgehängtem Fernseher um das ein oder andere FIFA WM-Spiel zu sehen, verlief gestern erfolglos. Alles was ich fand, war ein McDonalds – und der schließt um 21:30 Uhr, was irgendwie Bände spricht.

Nagoya ist da gar von einem anderen Schlag. Das, lt. Wikipedia, viertgrößte japanische Industriezentrum bietet allerlei Möglichkeiten für Public Viewing mit Bier in ‘ner Kneipe. Nur sind das gut 30-45 Minuten mit dem Zug von Inuyama entfernt und der letzte Zug geht um 23:18 Uhr zurück nach Inuyama. Da das Spiel der japanischen Mannschaft heute um 23:00 Uhr erst beginnt, ist das also keine Alternative.

Ich werd heute morgen mal die Jungs und Mädels in der Firma befragen, ob die denn nicht ‘ne Möglichkeit wissen, wie ich hier in Inuyama doch noch zu dem ein oder anderen Spiel in Geselligkeit komme (und vielleicht finden sich so Möglichkeiten mit Einheimischen das Japan-Spiel zu sehen). Und für Freitag und Samstag, hab ich schon angedacht, die Spiele der Deutschen und der Japaner in Nagoya zu schauen.

Nagoya – oder die Suche nach einem Mülleimer

Gestern mittag fuhr ich nach Nagoya. Ganz schön große Stadt. Die Wikipedia erzählt einem, Nagoya habe 2,2 Mio. Einwohner und ist damit das viertgrößte japanische Industriezentrum. Die Gebäude sind auf jedenfall schauenswert – der TV-Tower hat eine faszinierende Form. Insg. merkt man schnell, wenn man den Bahnhof verläßt, dass man in einer Großstadt gelandet ist. Rund um den Bahnhof finden sich unzählige Möglichkeiten fürs Shopping – eine Mall an der anderen und alle überragend groß.

Als ich so durch die Häuserschluchten wanderte, holte ich mir einen “Iced-Latte to go”, was sich später als verdammt schlechte Idee herausstellte. Es hat schon Gründe, warum ich zuvor niemanden sah, der ein Getränk auf der Straße in der Hand hielt. Nachdem ich also meinen Latte getrunken hatte, stellte ich mir langsam die Frage, ob ich denn schonmal einen öffentlichen Mülleimer gesehen habe. Nein, hatte ich bisher nicht und das kam mir jetzt “spanisch” vor. Und tatsächlich finden sich auf den Straßen keine Mülleimer.

So eine Suche hat aber auch was gutes. Man kommt mit einheimischen in Kontakt. :-) Ich suchte also einen Mülleimer und wanderte neben der Hauptstraße auch die ein oder andere Seitenstraße ab. Irgendwann reichte es mir, diesen Becher mit dem Rest Eis herumzutragen. Ich fand einen älteren Security-Mann und dem gab ich per Gebärdensprache zu verstehen, dass ich einen Mülleimer für diesen Becher suchte. Er verstand mich zwar recht schnell, war dann aber genauso ratlos wie ich. Gute 5 Minuten überlegte er, wo denn nun ein Mülleimer zu finden sei, bis er mir – natürlich auf japanisch – beschrieb, wo ich hin muß.

Das brachte mich nicht weiter. Ich wanderte noch zwei mal im Care, bis mir auffiel, dass in den manchem Eingangsbereich von Malls kleine Mülleimer stehen. Ich traute mich erst nicht, einfach einen zu benutzen (keine Ahnung, ob man damit den Affront begeht oder nicht), bis ich einen Mülleimer fand, in dem noch ein anderer Becher aus ‘nem Coffee-Shop steckte.

Öffentliche Mülleimer fand ich einzig in Bahnhöfen. Ansonsten muß man nach Geschäften ausschau halten, die im Vorraum kleinere Mülleimer bereitstellen. Darauf muß man aber erstmal kommen. Und mit Mülltrennung nehmen die es hier eigentlich ganz genau. In McDonalds (ja, mußte gestern mal sein) trennt man zwischen den Plastik-Deckeln und Strohhalmen und dem ganzen papiernen Rest.

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Reisetagebuch: Japan (1)

Nach gefühlten 3 Wochen Flug kam ich am Flughafen Tokyo, Narita an. Viel hab ich von Tokyo nicht mitbekommen; es waren ja nur 3 Stunden aufenthalt und die Zeit reichte nicht, eine Stunde Fahrtzeit nach Tokyo in Kauf zu nehmen. Tokyo steht für nächstes Wochenende auf dem Programm. Der Flughafen ist nichts besonderes – kennst Du einen, kennst Du alle. Nach 3 Stunden aufenthalt ging es weiter nach Nagoya – und 350 km mit dem Flugzeug zu überbrücken find ich immer noch arg.

Von Nagoya ging es dann mit dem Zug (µ-Express) nach Inuyama. So, wie ich aus dem Flughafen raus war, hörte auch die Fähigkeit auf, Englisch zu verstehen oder zu sprechen. Ticket kauf: “Inuyama” – “[viel japanisch]” – ich bezahl den angezeigten Preis – “[wieder viel japanisch]” – ich sag “Arigato”, verbeuge mich und geh. Echt funny! Aber hilfsbereit. Als ich dem Security-Menschen neben den Fahrkartenautomaten zu verstehen gab, ich wüsse nicht, welches meiner zwei Tickets ich da durchschieben solle, freute er sich regelrecht, mir zu helfen.

Im Zug läuft es dann so: Der Schaffner kommt in den Wagen, nimmt seine Mütze ab, verbeugt sich, erzählt erstmal was auf japanisch (ich vermute, er stellt sich vor) und kontrolliert dann die Tickets (immer schön demütig). Auch wenn er nur den Wagen durchquert, hält er vor verlassen des Wagens an, dreht sich zu den Fahrgästen um, verbeugt sich und sagt nochmal was. Und erst dann verläßt er den Wagen. Sehr geil! Sehr freundlich.

In Inuyama angekommen, bezog ich mein Zimmer und machte mich dann auf den Weg, was zum Essen zu jagen. Das ist aber um 22:30 Uhr nicht mehr ganz so einfach. Was ich fand war eine Curry-Schnitzel Bude (Fast-Food-Restaurant). Das Curry-Schnitzel war super lecker. Und die Spicy-Stufe “Normal” ist auch für Euroäer zu (v)ertragen. Die Bedienung in dem Curry-Shop sprach sogar recht gutes englisch. Mal schauen, vielleicht geh ich da heut Abend wieder hin.

Und wenn jetzt jemand einwirft, welch Frevel und wie deutsch es doch sei, in Japan Schnitzel zu essen – langsam, dieses Schnitzel (Tonkatsu) ist eine japanische Spezialität! :-)

Ach ja, hier bin ich:

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Die geplünderte Republik


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Ich hab mal wieder einen Buchtipp.  Dieses Buch lese ich gerade und kann es wärmstens empfehlen:


Die geplünderte Republik

Thomas Wieczorek. Droemer/Knaur 2010, Broschiert, 304 Seiten, € 5,00

4.0

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#censilia

Auch, wenn das schon etwas älter ist, möchte ich das Interview des 3sat-Magazins »Neues« mit dem c’t Redakteur Holger Bleich nachreichen.  Extrem sehenswert:

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Die Deutsche Post

Seit nunmehr 5 Jahren wohne ich in der Mannheimer Innenstadt.  Meine “Straße” heißt C 8 und meine Hausnummer ist die 5.  Ich weiß wohl, dass sich das für jemanden, der das Mannheimer Quadratesystem nicht kennt, erstmal komisch anhört.  So muß ich regelmäßig diversen Versendern erklären, dass die Adresse wirklich stimmt und die “Straße” C 8 in Mannheim existiert.

Dass dies aber seit neuestem auch auf die Deutsche Post zutrifft, war mir neu.

Neulich war ich bei meinen Schwiegereltern zu Besuch.  Dort vergaß ich diverse Dinge, u. a. meine Brille (kann als Linsenträger schonmal passieren).  Sie sollten mir die Sachen einfach per Päckchen zuschicken.

Die Mutter meiner Freundin gab das Päckchen bei der Post auf und erhielt es drei Tage später zurück.  “Empfänger unter der angegebenen Adresse nicht zu ermitteln”.  Daraufhin ging die Mutter meiner Freundin, mit dem Päcken bewaffnet, erneut zur Post um den freundlichen Postschaltermenschen darauf hinzuweisen, dass die Adresse korrekt ist und die Post das Päckchen bitte auch dahin schicken soll (der zweite Versuch nachtürlich ohne Kosten für sie).  Das ficht den Postschaltermenschen mal gar nicht an. Er erklärte mit Bestimmtheit, dass eine derartige Adresse in Deutschland nicht existiere.  Meine Schwiegermutter versuchte ihm klarzumachen, dass ihre Tochter dort nun schon seit Jahren wohnt und ja, auch regelmäßig Post erhält.  So einfach aber, läßt sich ein Postschaltermensch nicht überzeugen.

Er beharrte auf seinem Standpunkt, der lieben Frau erklären zu wollen, dass das so nicht sein kann (vielleicht weil es nicht sein darf, dass er sich irrt)?  Nach geschlagenen 10 Minuten Diskutiererei und der Unterstellung, meine Schwiegermutter erzähle Blödsinn, erklärte er sich dann aber doch bereit, wenigstens mal nachzuschauen, ob die Adresse nicht doch korrekt sein könne.  Dies tat er und stellte fest, dass er irrte.  Aber entschuldigen, sowas macht ein ordentlicher Postschaltermensch nicht!  Um Gottes Willen!

Das Päckchen kam dann auch wirklich bei mir an — mit einem Aufkleber und dicker Aufschrift “Adresse ist korrekt!!!” :-)

Ich will gar nicht wissen, wieviel Post ich nie erhalten haben, weil irgendein Verteilerzentrum der Meinung war, eine solche Adresse existiere nicht in Deutschland.  Doch, verdammt, tut sie.

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Buchtipp


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Dieses Buch lese ich gerade und möchte es Euch als Lesenswert ans Herz legen:


Schön reich – Steuern zahlen die anderen

Sascha Adamek. Heyne Verlag 2009, Gebundene Ausgabe, 272 Seiten, € 13,50

5.0

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Wahlkampf mit unfairen Mitteln

Unglaublich!  Welcher Vollpfosten Mitarbeiter in der 3sat Redaktion war der Meinung, Sascha Lobo eine Einschätzung zur Piratenpartei abgeben zu lassen und ihn bei diesem Redebeitrag dem Zuschauer als »Internet-Experte« zu verkaufen?  Sowas gehört gefeuert!

Hallo!  Sascha Lobo mag ja was von Internet und vielleicht auch kommunikativen oder gesellschaftlichen Strukturen im Netz verstehen.  Aber er sitzt, verdammt noch eines,  im Online-Beirat der SPD! Er ist sicher kein unabhängiger Experte¹ von dem man eine objektive Einschätzung zur Piratenpartei erwarten kann — schon gar nicht in Wahlkampfzeiten.

Dieser Redebeitrag in 3sat war nichts anderes als versteckter Wahlkampf.  Beim nächsten Mal, liebe 3sat’ler dürft ihr dem Zuschauer schon auch erklären, dass Sascha Lobo nicht »nur« jemand mit ‘ner Meinung und irgendwelchen Kenntnissen ist, sondern auch befangenes Mitglied einer konkurrierenden Partei.  Soviel Objektivität und Professionalität sollte man zumindest vom beitragsfinanzierten Fernsehen erwarten dürfen.

Footnotes:

¹ Die »Berufsbezeichnung« »Experte« geht mir im Deutschen Fernsehen sowieso auf die Nerven.  Das ist doch nur die neumodige Bezeichnung für »befangener Lobbyist«, »mangelnde oder nicht vorhandene Objektivität« oder soll einfach nur jedweden geistigen Dünnschiss als gehaltvollen Beitrag legitimieren.

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Der globale Polizeistaat


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Lese ich gerade und kann es nur jedem empfehlen.


Der globale Polizeistaat

Thomas Darnstädt. Deutsche Verlags-Anstalt 2009, Gebundene Ausgabe, 352 Seiten, € 10,00

3.0

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Just my 2¢

Dieses Blog beschäftigt sich mit diesem und jenem, mit unspezifischen und absolut nicht umrissenen Themen. Es geht um Themn, die mich bewegen, die mir die Zornesröte ins Gesicht treiben oder mich erheitern. Also einfach nur um meinen Senf oder eben meine 2 Cents, die ich glaube zu Debatten und Themen beizutragen haben …
 

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