just my 2¢
Medien
Focus enthüllt: die Politik hat uns belogen!
25. Aug
Boah! Der Focus bietet mal wieder Journalismus der höchsten Qualitätsstufe - quasi investigativ (geschrieben von einem echten Blitzmerker):
Die Fairness gebietet, dass die Kanzlerin ihr Versprechen vom Oktober 2008 korrigiert. „Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind“ – dieser Satz stimmt nicht mehr. Er ist – für sich genommen – eine Lüge. Einlösbar war das Versprechen ohnehin nie. Es wirkte nur, weil die meisten Menschen ihrer Kanzlerin vertrauten. Bleibt Merkel stumm, glaubt ihr in der nächsten Krise niemand.
(Quelle: Focus – Wie Angela Merkel Sparer hinters Licht führt)
Überraschung!!!!!1! Die Kanzlerin hat Lieschen Müller belogen um sie ruhig zu stellen und einen Bankrun zu verhindern?! Bin stolz auf den Focus, das herausgefunden zu haben.
Morgen berichten sie dann, dass das FDP-Sparbuch nur ein Oppositions-Wahlkampf-Gag war. Und nächste Woche, ja, nächste Woche dann der große Knaller: Obama ist nicht der Messias, sondern nur ein Mensch! *facepalm*
TV Tipp
25. Aug
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag läuft im ZDF um 00:30 Uhr die Dokumentation “Bürgermeister auf den Barrikaden – Die Finanzkrise der deutschen Kommunen“.
Die Gemeine Ahlefeld-Bistensee ist laut Bürgermeister Detlef Kroll pleite. Die Rücklagen sind komplett aufgezehrt, Investitionen sind ohnehin nicht möglich – und trotzdem klafft eine große Lücke im Etat der kleinen Gemeinde.
“Wie wir aus diesem Schlamassel wieder heraus kommen, das weiß ich nicht.” Ratlos hebt der Bürgermeister die Schultern. Sein Dorf ist pleite. Ahlefeld-Bistensee, keine 500 Einwohner groß, wird dieses Jahr zum ersten Mal einen Kredit aufnehmen müssen – und das nur, um die laufenden Kosten für Schule und Kindergarten decken zu können. [...]
Landesmedienanstalten
25. Aug
Stefan Niggemeier hat einen wunderbaren Artikel über die desaströse Bürokratie in unseren Landesmedienanstalten gebloggt. Meine Erfahrung mit der Landesmedienanstalt hält sich eigentlich in Grenzen. Bis auf eines:
Das Pro7-Format Solitary erscheint mir persönlich nicht für eine Samstagabend Show zur besten Sendezeit geeignet. Ich würde vermuten, dass anerkannte und geächtete Foltermethoden nichts im deutschen Belustigungs Unterhaltungs-Fernsehen zu suchen haben. Auch dann nicht, wenn sich B C D F-Promis den Torturen freiwillig unterziehen. Und wenn, dann zumindest mit einer FSK Freigabe nicht unter 16 Jahren. Da die Show am Samstag zur besten Sendezeit läuft, liegt die Vermutung nahe, Solitary wurde von der FSK ab 12 Jahren freigegeben. Sendungen mit dieser Altersklassifizierung dürfen ab 20 Uhr ausgestrahlt werden. Aber 6 Jahren oder gar ohne Altersbeschränkung wird Solitary wohl eher nicht daher kommen – obwohl, wer weiß…
Also beschwerte ich mich bei der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) über dieses Format. Ich ging davon aus, das die BLM für Pro7 Sendungen zuständig sei, schließlich sitzt Pro7 in Unterföhring. Die BLM leitete meine Beschwerde jedoch an die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) weiter. Deren Antwort (ein eingescantes Schreiben im Anhang einer Email) erreichte mich 2 Tage später:
Im FSF-Gutachten [Anmerkung: FSF ist die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen] (Prüfentscheidung Nr. 14830-N vom 01.04.2010) wurde insbesondere auch auf die Problematik der Verletzung der Menschenwürde durch die Gesamtlage der Show ausführlich eingegangen. Im Ergebnis wurde eine Verletzung der Menschenwürde verneint.
Natürlich schreibt man mir nicht, wo und wie ich das genannte Gutachten finden kann, um mir die Entscheidung der FSF genauer anzuschauen. Weder auf den Seiten der mabb, noch der FSF fand ich die Möglichkeit, diese Gutachten einzusehen. Der knappe 11 Zeiler als Antwort der mabb reicht aus, um meinen Einwand abzubügeln, nicht aber um mir zu erklären, weshalb anerkannte Foltermethoden umfunktioniert zur Publikumsbelustigung in einer Samstagabend-Show nicht die Menschenwürde verletzen und auch nicht negativ die Entwicklung von Jugendlichen unter 16 Jahren beeinflussen. Wahrscheinlich ist es zuviel verlangt, wenn die mabb mir schon per Email mit Verweis auf ein Gutachten antwortet, mir dieses auch gleich noch anzuhängen oder zumindest einen Link zu schicken, wo man sich genauer mit der Entscheidung auseinandersetzen kann.
Spekulation auf Weizen
25. Aug
Frontal 21 berichtete gestern über die Terminmarkt-Spekulation mit Weizen, die Essen in vielen Regionen dieser Welt unbezahlbar macht (Link reiche ich nach, sobald die Sendung in der Mediathek verfügbar ist). Dank dieser Spekulation mit Agrar-Rohstoffen und dem Leid von Menschen, bereichern sich wenige auf Kosten der Gesundheit und des Lebens vieler. Der Beitrag war gut und sehenswert.
An dieser Stelle sei jedoch noch einmal an die Markus Lanz Sendung vom 16. Juli 2009 erinnert. Zum Thema “Richtig anlegen” waren Ingeborg Mootz, Dirk Müller (Mr. Dax) und Michael Opoczynski (WISO Moderation und ZDF Wirtschaftsexperte) zu Gast. Als es um das Thema Rohstoffe ging, empfahl Müller -- fundiert und ordentlich verargumentiert -- Metal-Rohstoffe. Opoczynski jedoch wählte die Agrarrohstoffe. Anschließend versuchte Opoczynski seine Entscheidung irgendwie zu rechtfertigen. Müller, der Börsenguru, der Makler, eigentlich der Inbegriff des gewissenlosen Kapitals und das Gesicht des Crashs von 2008 machte mit wenigen Worten sehr deutlich was er davon hielt -- nämlich eben dass eine Spekulation mit Agrarrohstoffen eine Spekulation mit dem Leben und Überleben von Menschen ist. Opoczynski wollte seinen Fehler irgendwie nicht so recht einsehen. Vielleicht schaut er sich dann doch nochmal den Beitrag seiner Kollegen von Frontal 21 an.
Ach ja, ich liebe das Internet für dieses schöne Langzeitgedächtnis (ab Minute 4:20):
Wohin mit den Beamten?
25. Aug
Das ZDF brachte in der vorgestrigen Ausgabe von WISO einen Beitrag über das Streitthema “Rente mit 67″. In diesem Beitrag (ab Minute 3:06) zeigen sie einen ehemaligen Telekom “Angestellten”, der vor 9 Monaten mit 56 oder 57 Jahren in Rente ging. So zumindest suggerierte es der Sprecher. Die Krux jedoch ist, dass der Vorruheständler irgendwann das Wort “Pension” fallen ließ. Da wurde ich dann hellhörig. Die Telekom schickt ihre Beamten mit 57 Jahren in den Vorruhestand?
Die Recherche ergab, dass am 16. Oktober 2006 das “Zweite Gesetz zur Änderung des Gesetzes zur Verbesserung der personellen Struktur beim Bundeseisenbahnvermögen und in den Unternehmen der Deutschen Bundespost” in Kraft trat (hier und hier). Dieses ermöglicht es der privatwirtschaftlichen, an der Börse notierten Deutschen Telekom, großflächig Beamte über 55 Jahren – übernommen aus den Zeiten der Deutschen Post – bis Ende 2010 in den Vorruhestand zu schicken.
Laut Heinz Klinkhammer, damaligem Personalvorstand der deutschen Telekom kämen bis Ende 2010 25.000 Telekomiker dafür in Frage.
Die Vorruheständler erhalten ihr “erwirtschaftetes” Ruhegehalt minus 10,8% Abzug. Diese 10,8% jedoch trägt die Deutsche Telekom, womit der Vorruheständler mit 55 Jahren seine volle Pension erhält, die er eigentlich erst mit 65 Jahren erhalten würde.
Zur Erinnerung: derzeit diskutiert die deutsche politische “Elite” darüber, ob die Menschen in Zukunft mit 65, 67 oder gar 70 Jahren in Rente gehen dürfen. Da es in diesem Alter schwer ist, noch Arbeit zu haben bzw. zu finden, kommt das einer massiven Rentenkürzung gleich. Ungeachtet der Tatsache, das prekäre Arbeitsverhältnisse zunehmen und mehr und mehr Menschen kaum oder wenig Rentenansprüche verdienen.
Grob überschlagen und ohne wirklich fundiertes Wissen, hab ich die Konsequenzen aus dem “2. BEDPBStruktGÄndG“ mal in eine Beispielrechnung gepackt.
Angenommen, es gingen 22.000 Telekomiker in Vorruhestand. Beim Stern las ich einen Artikel, dass Beamte im einfachen Dienst durchschnittliche eine Lebenserwartung von 80,8 Jahren besitzen, Beamte im höheren Dienst gar durchschnittliche 84,6 Jahre Leben. Für meine Beispielrechnung nehme ich die Lebenserwartung des einfachen Dienstes, Minus 2 Jahre, da nicht wenige Telekomiker während ihrer Dienstzeit körperlich arbeiteten. Außerdem ging ich davon aus, dass 15.200 Telekomiker aus der einfachen Laufbahn mit einer durchschnittlichen Besoldung der Stufe A4 (Fernmeldeoberwart), 5.500 aus dem mittleren Dienst mit Besoldung A6 (Fernmeldesekretär), 1.100 aus dem gehobenen Dienst mit Besoldung A11 (Fernmeldeamtmann) und 200 aus dem höheren Dienst mit Besoldung A13 (Postrat) in den Vorruhestand versetzt werden (hier und hier). Die Verteilung auf die Laufbahnen und die durchschnittlichen Besoldungsstufen je Laufbahn sind willkürlich und entspringen meinem Gefühl für eine realistische Verteilung.
Trotz der Tatsache, dass die Vorruheständler 10,8% weniger Ruhegehalt erhalten, kostet diese Aktion den Bund jährlich rund 11 Mio. € mehr, als würden die Beamten normal in Pension gehen. Bis zum “Ableben” all dieser Beamten darf der Steuerzahler für rund 280 Mio. € Mehrkosten gerade stehen. Die Deutsche Telekom wird als privatwirtschaftliches Unternehmen die Übernahme der 10,8% Ruhegehalt-Ausfall sicher als Sonderausgaben steuerlich geltend machen und ihren EBIT entsprechend schmälern – wofür auch der Steuerzahler gerade steht. Da passt, was Report Mainz 2009 recherchierte einfach zu gut dazu. Aber hey, Ihr müsst das Geld nicht erarbeiten…
Bitte nicht falsch verstehen – den Menschen hinter all diesen Zahlen wünsche ich ein gesegnetes, gesundes langes Leben und einen schönen Lebensabend.. Aber vor der Diskussion um Rente 65, 67 oder 70 Jahre Lebensarbeitszeit, den dummen Argument von Sachzwängen und Alternativlosigkeiten, erscheint mir das wie ein Schlag ins Gesicht.
ARD “säubert” Video für die Mediathek
24. Aug
Wer am Donnerstag die Sendung “Monitor” sah, wurde Zeuge eines kleinen Missgeschicks. Monitor-Redaktionsleiterin und Moderatorin Sonia Mikich kündigte den Beitrag “Nach der BP-Katastrophe: Das Ende des Erdölzeitalters” an. Nur kam dieser Beitrag nicht. Stattdessen strahlte die ARD die ersten Minuten eines “ARD Exclusivs” aus. Als die Regie ihren Fehler bemerkte, unterbrach man den falschen Beitrag, Mikich entschuldigte sich für den Fehler und kündigte den nächsten Beitrag – “Aus Mangel an Beweisen: Der Kampf von Vergewaltigungsopfern um ihr Recht” – an.
Die deutliche überraschte und aus dem Konzept gebrachte Moderatorin schafte diese Überleitung nicht ohne Haspeln und Versprecher – verständlicherweise. Am Ende der Sendung entschuldigte sie sich ein weiteres Mal für das Versehen mit dem BP-Beitrag und beendete die Sendung ansonsten wie gewohnt.
Schaut man sich die Monitor-Sendung in der Mediathek an, staunt man nicht schlecht. In der Internet-Version findet man die oben beschriebenen Szenen nicht. Der faux pas wurde gekonnt herausgeschnitten.
Die Überleitung zum Bericht über Vergewaltigungsopfer ist in der Mediathek-Version astrein – wohl so, wie er hätte sein sollen. Ich vermute, Mikich hat die Anmoderation für die Internet-Version ein weiteres mal gesprochen. Das Ende der Sendung verläuft nun auch ganz anders, als im TV live ausgestrahlt. Keine Entschuldigung, keine weiteren Versprecher, kein weiteres (leichtes) Stottern. Vermutlich hat die ARD den Teil nach der letzten Abmoderation mit einer Aufzeichnung aus einer früheren Sendung “überspielt”.
Im gesamten Video gibt es keinen Hinweis darauf, das die im Internet zur Verfügung gestellte Version modifiziert wurde und sich von der Live-Sendung am vergangenen Donnerstag unterscheidet. Auch, das ein Beitrag aus technischen Gründen nicht gezeigt wird, erfährt der Zuschauer nicht. Einzig auf der Monitor-Seite des WDR erfährt man:
Hinweis
Nach der BP-Katastrophe: Das Ende des Erdölzeitalters
Liebe Zuschauer, wie Sie sicherlich bemerkt haben, wurde der angekündigte Beitrag nicht gesendet. Aufgrund eines Fehlers lag die richtige Kassette zur Sendung nicht vor.
Neuer Sendetermin: 09.09.2010.
Ich frage mich ja schon, ob und was die ARD sonst noch so an Beiträgen nachträglich ändert um sie einer schöneren Wirklichkeit zuzuführen. Das waren nur Versprecher und eine technische Panne – shit happens! Sicher nicht Grund genug, um die eigene Reputation aufs Spiel zu setzen.
Keine Ahnung, ob in der Wiederholung auf Eins Extra die “gesäuberte” Version oder die “live”-Version ausgestrahlt wurde.
Leider hab ich die Version von letztem Donnerstag nicht aufgzeichnet. Andernfalls hätte ich den Beitrag mit einem “Wirklichkeit vs. neue Wirklichkeit” Video untermauert. Sollte jemand die Sendung aufgezeichnet haben, dann wäre ich dankbar, wenn er mir diese zur Verfügung stellen könnte. Sollte jemand die Version, wie sie im TV live ausgestrahlt wurde, auf Youtube (oder dergleichen) finden, wäre ich für den Link dankbar
Urheberrecht und Websperren
18. Aug
Duisburgs OB Sauerland ließ gestern den Bloggern von xtranews.de per einstweiliger Verfügung die Veröffentlichung von Dokumenten rund um die Loveparade-Planung verbieten. Es handelte sich um die Anlagen eines Gutachtens, dass die Stadt Duisburg nach der Loveparade-Tragödie hat anfertigen lassen. Während die Stadt also nur das Gutachten veröffentlichte, sah sich xtranews.de dazu gezwungen, die entsprechenden Anlagen, die ihnen zugespielt wurden auch zu veröffentlichen. Natürlich haben sich die Blogger erstmal der einstweiligen Verfügung gebeugt und rufen nun zu Spenden auf (ich hab den Artikel geflattred). Sauerland kann nun aber am eigenen Leib erfahren, was sich hinter dem Begriff Streisand-Effekt verbirgt. Schon wenige Stunden später wurde die neue Heimat der Dokumente getwittert und dann der Berichte vieler, vieler, vieler Blogs dürfte sich die Aufmerksamkeit auf die Dokumente vervielfacht und Sauerlands restliches Ansehen vaporisiert haben.
Exakt so demonstriert man, dass man das Netz einfach nicht verstanden hat.
Was man in dem Zusammenhang aber auch in den Kommentaren auf Netzpolitik.org u. a. gelesen hat, war der Hinweis, die Dokumente doch bitte bei Wikileaks hochzuladen. Guter Hinweis, jedoch: wie man sich das dann in Zukunft ggf. vorzustellen hat, demonstriert gerade Taiwan – sie sperren Wikileaks ganz einfach. Der deutsche Weg könnte also in Zukunft sein: zuerst klagen wir unliebsame Informationen aus dem Internet und wenn die dann trotzdem nicht aus dem Netz verschwinden (konnte ja keiner ahnen), dann sperrt man eben den Zugang zu den Informationen.
Update: Ich werde jeden Cent, den dieser Artikel er-flattr-ed, den Bloggern von xtranews.de spenden …
Verwirrende Verwirrung …
15. Aug
Die Süddeutsche schreibt:
Vielleicht erklärt mir jetzt noch jemand, was die (vom inkompetenten Teil der großen Politik geschürte) Hysterie um Street View mit dem Thema Netzneutralität (oder der Google vs. Verizon Diskussion) zu tun hat? Kein Wunder, das die wenigsten, die jetzt hysterisch Street View verdammen verstanden haben, worum es eigentlich geht. BTW: Wer Street View und Netzneutralität nicht auseinander halten kann, sollte die Finger von einem Leistungsschutzrecht halten. Das obige ist nicht gerade Ausdruck einer schutzwürdigen Leistung!
Solitary
11. Aug
Wer wissen will, woher die neue Pro7 Reality-D-Promi-Promotion-Show “Solitary” ihre Ideen hat, muss sich dieses Video hier anschauen:
Noch Fragen, Kienzle? Nächsten Sommer bringt Pro7 oder RTL oder irgend ein anderer privater Sender dann “Waterboarding – Unterhaltung für die ganze Familie” im Samstag Abend Programm …
Wir brauchen Kameras auf Demos wg. der Love-Parade
30. Jul
Der Berliner Polizeipräsident Glietsch legt zum Filmverbot auf friedlichen Demonstrationen nach und fordert filmende Beamte auf friedlichen Demos um massenpaniken wie in Duisburg rechtzeitig erkennen zu können.
Es kotzt mich an, wie Menschen, die eigentlich dafür da sind, die Grundrechte zu schützen öffentlich das Leid anderer instrumentalisieren um ihre Vorstellungen des allmächtigen Staates zu propagieren. Es kotzt mich an, wenn diese Leute dafür nicht zur Rechenschaft gezogen werden die immergleichen einer ganzen (demokratischen) Partei den Verfassungsschutz auf den Hals hetzten.
Warum wird hier der Verfassungsschutz nicht aktiv? Ab wann ist die Schwelle zur strafrechtlich relevanten Agitation gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland überschritten? Wieso gibt es keine breite Diskussion in den Medien darüber, welches Verhältnis so mancher sicherheits-paranoide Politiker oder Polizist oder BKA’ler oder [...] haben? Der Chilling Effect ist keine Erfindung irgendwelcher realitätsfremder Weltverbesserer. Er ist Realität und wurde gar vom BVG im Urteil zur Vorratsdatenspeicherung ausdrücklich erwähnt!
Kai Diekmann und ZAPP
29. Jul
Ich hab mich gerade köstlich über den Briefwechsel zwischen BILD!-Chef Kai Diekmann und der NDR ZAPP Redatkion amüsiert. Wem grad langweilig ist, der geht zum Amüsieren besser mal hier lang
Zweifel
22. Jul
Es gibt Artikel, Forderungen und Entwicklungen dieser Tage, die mich am Verstand mancher Menschen wirklich zweifeln. So auch dieser Artikel bei den Ruhrbaronen:
Reuters, die nach eigenen Worten größte Nachrichtenagentur der Welt, die ihre Integrität und Unabhängigkeit von einer eigenen Stiftung garantieren läßt, legt seine Journalisten an die Kandare: Die Chefredaktion hat die Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass alles, was sie außerhalb ihrer Arbeit sagen oder tun, Folgen für ihr Arbeitsverhältnis haben kann, sollte es aus irgendwelchen Gründen auf Missfallen stoßen.
(Quelle: Ruhrbarone.de)
Drehen denn jetzt die Herausgeber vollends durch? Erst die FAZ, die im Onlineangebot von ARD und ZDF allen ernstes das Ende der freien Presse und Staatsjournalismus sieht (hier die Replik von ARD Vorsitzendem Peter Boudgoust) sehen, und jetzt Reuters, die ihren Journalisten die private, freie Meinungsäußerung verbieten wollen? Habt Ihr eigentlich noch alle Tassen im Schrank?
Wie kann man denn als Bürger und Nachrichten-Konsument Reuters boykotieren? Vielleicht, in dem man Nachrichten-Redaktionen, deren Nachrichten man konsumiert, auffordert, keine Reuters-Nachrichten mehr zu verwenden, oder damit leben zu müssen, von einem nicht mehr konsumiert zu werden? Mal kucken, wie sich das entwickelt, aber die Möglichkeit halte ich mir offen … Ach ja, die FAZ (gedruckt und online) boykotiere ich seit heute – so’nen Blödsinn dürfen sie gern weiter drucken, nur lesen werd ichs nicht mehr (und auch keine Werbeeinnahmen mehr generieren) …
